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REINIGUNGS- UND
PFLEGEEMPFEHLUNGEN

LINOLEUM
REINIGUNGS- UND PFLEGEEMPFEHLUNG
Die Nutzung eines ungepflegten Bodenbelages führt zu höherem Verschleiß und eventuell zu Verfärbungen. Schmutz, insbesondere in körniger Struktur, verstärkt die Scheuerwirkung auf der Belagsoberfläche. Darum sollte aus hygienischen, werterhaltenden Gründen jeder Bodenbelag gereinigt und gepflegt werden. Pflege bedeutet eine Beschichtung mit porenfüllendem, schmutzabweisendem Material, das seidenmatt bzw. hochglänzend sein kann (vgl. Erläuterungen ATV DIN 18 365 zu Abs. 3.1.4).
Linoleum ist pflegeleicht. Das werkseitig aufgebrachte Oberflächenfinish Linopol schützt die Oberfläche weitgehend gegen Beschädigungen während der Bauphase und bildet die Basis für die Pflege während der laufenden Nutzung.

Bei der Auswahl der Reinigungs- und Pflegemittel für Linoleum ist grundsätzlich darauf zu achten, dass nur solche mit einem pH-Wert von maximal 9 angewendet werden, da zu stark alkalisch-aggressive Mittel die natürlichen Grundstoffe des Linoleums angreifen und den Belag zerstören können. Daher keine Schmierseife verwenden. Bei der Reinigung und Pflege von Linoleum unterscheidet man zwischen:
  • Bauschluss- bzw. Erstreinigung
  • Einpflege
  • Unterhaltsreinigung und -pflege durch Nasswischen, Feuchtwischen oder Cleanern
  • Grundreinigung
  • Trockene Pflegefilmsanierung
1. Bauschluss- bzw. Erstreinigung
Vor dem Nutzungsübergang wird der neue Bodenbelag einer Bauschluss- bzw. Erstreinigung unterzogen. Je nach Anschmutzungsgrad werden dazu:
a) Neutral- oder Alkoholreiniger oder
b) Grundreiniger verwendet.

a) Bei geringer Verschmutzung empfiehlt sich neben der manuellen Reinigung vorzugsweise eine machinelle Nassreinigung mit unterlegter Schrubbürste oder rotem 3M Pad, wobei dem Wischwasser ein Neutral- oder Alkoholreiniger zugegeben wird.

b) Starke Verschmutzungen, welche nicht mit normalen für Linoleum geeigneten Reinigungsmitteln zu entfernen sind, erfordern eine Grundreinigung. Geeignete Grundreiniger werden mit Wasser verdünnt aufgetragen und man lässt sie einige Minuten einwirken. Durch leichte mechanische Bearbeitung mit einer Einscheibenmaschine und unterlegtem grünem 3M Pad oder geeigneter Schrubbürste, wird der Schmutz angelöst und anschließend mit dem Wassersauger aufgenommen. Es ist nicht Sinn und Zweck der Grundreinigung, das Linopol-Finish zu entfernen. Bei beiden Reinigungsarten muss vor der nachfolgenden Einpflege die gesamte Belagsoberfläche mit 1 klarem Wasser neutralisiert werden und vollständig abgetrocknet sein (je nach Raumklima mind. 12-24 Std.).

2. Einpflege
Nach der Bauschluss- bzw. Erstreinigung wird das Linoleum eingepflegt. Die Einpflege vermindert Auswirkungen mechanischer und färbender Vorgänge auf der Bodenbelagsoberfläche und erleichtert die Unterhaltsreinigung. Das Linopol-Finish verträgt sich gut mit den üblichen Linoleum- Pflegemitteln und muss vor der Einpflege nicht aufgerauht werden.

2.1 Gering bis normal frequentierte Bereiche
Auf gering bis normal frequentierten Flächen oder dort, wo kein Glanz gewünscht wird, sind Wischpflege- mittel geeignet, die bei der Unterhaltsreinigung dem Wischwasser beigemischt werden. Zur Filmbildung wird empfohlen, in der Anfangszeit die Wischpflegemittel-Konzentration im Wischwasser 2 bis 3 mal so hoch wie normal einzustellen. Bei höherer Konzentration ist der zurückbleibende Pflegefilm auszupolieren, damit ein geschlossener und strapazierfähiger Pflegefilm entsteht.

2.2 Stark frequentierte Bereiche
Stark frequentierte Flächen sind mit tritt- und wasserfesten Selbstglanz-Emulsionen oder Polymerdisper- sionen zu behandeln. Hierbei ist aus optischen Gründen matten Pflegemitteln der Vorzug zu geben. Die Pflegemittel hinterlassen nach dem Trocknen eine dünne Beschichtung auf dem Bodenbelag, die als Basis für die Unterhaltsreinigung dient. Bei einfarbigen oder nahezu einfarbigen Linoleumbelägen empfiehlt es sich, unmittelbar nach Abschluss der Verlegearbeiten eine Einpflege durchzuführen, damit der Belag gegen die Bauverschmutzung ausreichend geschützt ist.

3. Unterhaltsreinigung
Die Unterhaltsreinigung wird je nach Art und Grad der Verschmutzung mit auf die jeweilige Einpflege Abgestimmten Reinigungs+Pflegemitteln nach d.i. folgenden beschriebenen Verfahren durchgeführt.

3.1 Feuchtwischen
Leichte Verschmutzungen mit lose liegendem oder leicht haftendem Schmutz werden mit Feuchtwischgeräten und nebelfeuchten Wischbezügen aufgenommen. Dabei wird die Oberseite des Bodenbelages vollständig mit Wischwasser (Wischpflegemittel nach Hersteller-Angaben dem Wasser zugegeben) benetzt, ohne dass Wasser auf dem Bodenbelag stehen bleibt. Nach dem Abtrocknen bildet sich ein feiner Pflegefilm auf der Belagsoberfläche.

3.2 Nasswischen
Beim Nasswischen wird so viel Wasser verwendet, dass zunächst ein dünner Wasserfilm auf dem Bodenbelag stehen bleibt. Dem Wasser werden Wischpflegemittel oder Neutralreiniger zugesetzt. Nach der Einwirkzeit wird auch fest haftender Schmutz gelöst und mit dem in der Reinigungsmittel- Lösung ausgespülten und ausgepressten Wischmopp aufgenommen. Nach dem Trocknen bleibt auf dem Bodenbelag ein feiner Pflegefilm zurück. Die Methode erfordert keine Maschinen, sondern nur einen Doppelfahreimer mit Presse und einen Wischmopp. In Bereichen, die regelmäßig nass desinfiziert werden, empfiehlt es sich, abgestimmte Desinfektionsmittel einzusetzen.

3.3 Cleanern
Unter Cleanern versteht man die (lokale) intensive Behandlung von hartnäckigen Flecken oder Begehspuren nach der Wischreinigung. Derartige Verunreinigungen werden mit kombinierten Reinigungs-Pflegemitteln (Cleaner) besprüht. Die Behandlung der Verschmutzung erfolgt am besten mit Scheibenmaschinen, denen Reinigungspads unterlegt sind. Sehr alte Strichver- schmutzungen können oft nur durch eine Grundreinigung beseitigt werden

3.4 Maschinelle Reinigung und Pflege
Für großflächige Projekte gibt es Reinigungsautomaten, die in einem Arbeitsgang schrubben und saugen. Das Verfahren entspricht der Nassreinigung. Dem Wasser wird ein geeignetes Wischpflegemittel nach Anweisung des Reinigungsmittelherstellers zugegeben. Damit sich ein Pflegefilm bilden kann, muss d. Absaugung d.Automaten gemäß Vorschrift des Geräteherstellers eingestellt werden.

4. Grundreinigung
Grundreinigungen sind entsprechend der Nutzung oder bei sehr hartnäckigen Verschmutzungen bzw. bei Pflegemittelüberlagerungen regelmäßig notwendig. Grundreiniger werden mit Wasser verdünnt aufgetragen und man lässt sie gemäß Herstellerangabe einwirken. Der Schmutz wird dann mit leichter mechanischer Bearbeitung durch Ein - oder Mehrscheibenmaschinen mit Tank und geeigneter Schrubbbürste oder Treibteller mit unterlegtem Reinigungspad (max. grünem 3M Pad) abgelöst. Die Schmutzflotte wird mit einem Wassersauger aufgenommen. Nach der Grundreinigung muss die Belagsfläche so lange mit klarem Wasser nachgespült werden, bis alle Reinigungsmittel-Reste entfernt sind. Nach vollständiger Trocknung des Bodenbelages (je nach Raumklima mind. 12- 24 Std.) erfolgt eine erneute Einpflege. Wird dieses nicht beachtet, kann es zu Haftungsproblemen des Einpflegemittels führen. Reinigungs- und Pflegemittelhersteller bieten aufeinander abgestimmte Reinigungs- und Pflegemittel an. Es empfiehlt sich daher, die Reinigungs- und Pflegemittel eines Herstellers zu verwenden.

4.1 Trockene Pflegefilmsanierung
Anstelle der Nassgrundreinigung (siehe Punkt 4) kann bei entsprechendem Pflegefilmauftrag auch eine trockene Grundreinigung, die sogenannte Pflegefilmsanierung, erfolgen. Die Pflegefilmsanierung setzt einen mehrschichtigen Pflegefilmauftrag und die Kombimaschine 545 des Herstellers Nilfisk Advance AG voraus. Bei dieser Methode werden nur die tatsächlich angeschmutzten / beschädigten Pflegefilmschichten, z. B. Laufstraßen, mit der Nilfisk-Kombimaschine 545 und geeignetem Pad mit eingeschalteter Absaugung trocken angeschliffen, so dass eine gleichmäßige Mattierung des obersten Pflegefilms entsteht. Elektrostatisch gebundener Reststaub auf der Belagsoberfläche wird anschließend mit Lamellen- Wischgerät und Einweg-Vliestuch entfernt. Auf den geschliffenen Pflegefilm wird nun mit dem Wischmopp eine neue Schicht Polymer-Dispersion aufgetragen. Nach der Trocknungszeit wird dieser neue Pflegefilmauftrag durch Polieren mit der Nilfisk- Kombimaschine 545 und geeignetem Pad unter Einsatz eines Cleaners an den übrigen Pflegefilm angeglichen. Diese Reinigungsmethode ersetzt die aufwendige Durchführung einer ganzflächigen Grundreinigung siehe Punkt 4, des verlegten Linoleums. Neben der Einsparung von Wasser, Abwasser, Arbeitsaufwand und –zeit ist diese Reinigungsmethode umweltfreundlich, kostensparend und durch Wegfall des alkalischen Grundreinigers zudem geruchsneutral und umweltfreundlich.

5. Besondere Hinweise
5.1 Verfärbungen
Farbiger, vor allem schwarzer Gummi, kann bei längerem Kontakt mit dem Bodenbelag Verfärbungen hinterlassen, die nicht mehr entfernbar sind. Als Ursachen kommen in Frage: Autoreifen, Abdeckmaterialien, Rollen und Füße von Waschmaschinen, Kühlschränken, Kinderwagen u. ä.. Diese Verfärbungen entstehen nicht unmittelbar, sondern durch Einwanderung von Stoffen und anschließender Belichtung. Wenn derartige Verfärbungen vermieden werden sollen, müssen Rollen aus Polyuhrethan verwendet werden. Falls dies nicht möglich ist, empfehlen wir, Unterlagsplatten zu verwenden. Haarfärbemittel und stark färbende Desinfektionsmittel können die Belagsoberfläche ebenfalls irreparabel verfärben, wenn diese nicht unmittelbar entfernt werden.

5.3 Bürorollstühle / Möbel
Bürorollstühle müssen für den Einsatz auf elastischen Bodenbelägen mit Rollen des Typs W nach EN 125 ausgestattet sein, d. h. mit weichen Rollen oder – je nach Mobiliar – weichen Unterlagen wie z. B. Filzgleitern oder Floor Care – Schongleiter (Schulmöbel) von VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken GmbH & Co., Tauberbischofsheim. Um Belagsschädigungen, speziell in Schulen o. ä. Objekten, zu vermeiden, muss zudem darauf geachtet werden, dass die Auflagefläche der Stühle u. a. Möbel abgerundet bzw. nicht scharfkantig ist. Dies ist bereits bei der Beschaffung bzw. beim Einsatz von Rollstühlen, Stühlen und Möbeln zu berücksichtigen.

5.4 Klebebänder
Wenn Klebebänder auf dem Belag zum Einsatz kommen, bitte die Verträglichkeit bei den jeweiligen Herstellern erfragen.

5.5. Allgemeines
Diese Empfehlungen beruhen auf unseren allgemeinen Erfahrungen in der Praxis und entsprechen dem neuesten Stand der Reinigungstechnik, soweit er uns zum Zeitpunkt der Herausgabe bekannt war. Im Einzelfall wird jedoch für deren Vollständigkeit, Richtigkeit und Anwendbarkeit keine Haftung übernommen. Dies gilt insbesondere auch für die Reinigung- und Pflege ableitfähiger Bodenbeläge.

6. Herstellernachweise 6.1 Reinigungs- und Pflegemittel
Die genannten Hersteller gelten als Beispiele. Hier können die geeigneten Reinigungs- und Pflegemittel für Linoleum erfragt werden. Es können auch gleichwertige Mittel anderer Hersteller verwendet werden. Bei der Verarbeitung sind die produktspezifischen Herstellerbedingungen zu beachten, ggf. ist Rücksprache mit dem Mittelhersteller erforderlich. Die Verwendbarkeit und Verträglichkeit der Mittel liegt im Verantwortungsbereich des jeweiligen Herstellers, der hierzu gerne Auskunft gibt.

Dr.Schnell Chemie GmbH Taunusstraße 19 D-80807 MünchenTel. 0 89 / 35 06 08-0
» www.dr-schnell.de

CC-Dr. Schutz GmbH Postfach 20 03 33 D-53133 Bonn Tel. 02 28 / 9 53 52-0
» www.cc-dr-schutz.de

RZ Chemie GmbH D-53340 Meckenheim Tel. 0 22 25 / 94 46-50
» www.rz-reinigungssysteme.de

LINOLEUM Stand: 09 / 2009

CV-Bodenbelag
Grundsätzliches zur Reinigung
  • Die Häufigkeit der Reinigung hängt davon ab, wie stark der Bodenbelag täglich beansprucht wird.
  • Fegen Sie den Belag bei Bedarf mit einem weichen Besen. Beim Verwenden eines Staubsaugers ist darauf zu achten, dass die Bodendüse mit weichen Borsten ausgestattet ist.
  • Wischen Sie den Boden mit einem sauberen, feuchten Mopp oder Tuch. Spülen Sie diesen häufig in klarem Wasser aus. Achtung: Alle Böden können rutschig sein, wenn sie nass sind.
  • Geben Sie zum Wischen ggf. ein etwas milderes Reinigungsmittel oder einen Haushaltsreiniger für Böden in das saubere Wasser. Die Reinigungsflotte sollte vollständig aufgenommen werden. Herstellerangaben zur Verdünnung der Reinigungsflotte sind unbedingt einzuhalten.
  • Flecken, Striche und verschüttete Flüssigkeiten sollten so schnell wie möglich weggewischt bzw. aufgenommen werden.
  • Empfohlen werden zur Grundreinigung, laufenden Reinigung und Pflege die Produkte der Firmen; RZ Chemie und Dr. Schutz.

» www.dr-schutz.com
» www.rz-reinigungssysteme.de

Nicht verwenden:
  • Cremereiniger oder Reinigungsmittel mit Scheuerpartikeln, Topfreiniger aus Draht- oder Nylongeflecht, Bleichmittel oder aggressive Reinigungsmittel, Möbelpolitur, Politur auf Spiritusbasis, Scheuerpulver oder flüssige Scheuermittel.
Befolgen Sie immer die Herstellerangaben und vergewissern Sie sich, dass die Wischpflege für CVBodenbeläge geeignet ist.

Schützen Sie Ihren Boden vor Verschleißerscheinungen
Vermeiden Sie folgendes:
  • Druckstellen durch schwere Haushaltsgeräte wie z. B. Herd, Waschmaschinen und Möbel werden vermieden, wenn diese auf Filzgleitern oder Hartfaserplatten aufgestellt werden.
  • Risse oder Schleifspuren können entstehen, wenn schwere Haushaltsgeräte über den Boden geschoben werden.
  • Scharfe Gegenstände (Messer etc.) sowie spitze Absätze können die Oberfläche des Belages beschädigen.
  • Heiße oder brennende Gegenstände (z.B. Zigarettenglut) können die Bodenoberfläche versengen oder zu einer Blasenbildung führen.
  • Verschleiß des Belages durch grobkörnigen Schmutz kann mit einer Sauberlaufzone (Schmutzmatte) vor der Eingangstür verhindert werden.
Schutz vor Verfärbungen
Vermeiden Sie folgendes:
  • Die Gummirückseiten von Türmatten können gelbe Verfärbungen auf dem direkt darunter liegenden Belag hinterlassen (Weichmacherwanderung). Matten aus Naturfasern sind zu bevorzugen.
  • Gummifüße von Möbeln können Abdrücke hinterlassen. Platzieren Sie Untersetzer zwischen den Füßen und dem Boden.
  • Produkte auf Spiritusbasis – wie Schuhpolitur, Lösungsmittel, Haarfärbemittel oder wasserfeste Stifte.
  • Entfernen Sie Flecken und Striche so schnell wie möglich. Auch Kurkuma (Gelbwurz), Senf und stark färbende Lebensmittel müssen sofort entfernt werden.
  • Ätzende Substanzen wie Säuren und Laugen (Basen) können die Oberfläche des Belags beschädigen. Deshalb: Verschüttete Säuren- und Laugenlösungen sofort aufwischen. Dabei direkten Hautkontakt mit der Substanz vermeiden!
  • Asphalt oder Teer von frischen Oberflächen oder aufgeweichten Straßen und Bürgersteigen.
  • Die Sohlen von billigen Gummischuhen (und Hausschuhen) können mit der Zeit zu Verfärbungen führen.
Wir, Fa. Linoleum by Raumgestaltung J&B Ltd. haften nicht für Schäden die auf falsche Pflege zurückgehen.


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